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General Motors entwickelt neue Elektroplattform mit 40-facher Rechenleistung und KI-Funktionen
Bild: (c) General Motors
General Motors (GM) hat eine neue Generation von Fahrzeugtechnologien vorgestellt, die eine neue technische Grundlage für Elektroautos unterschiedlicher Fahrzeugklassen darstellen soll. Die Plattform soll eine weiterentwickelte Batteriechemie mit kompakteren Antriebseinheiten und einer zentralisierten Elektronikarchitektur kombinieren.

Bei den Batterien will GM auf die sogenannte Lithium-Mangan-Rich-Technologie (LMR) setzen. Die manganreiche Zellchemie soll das Verhältnis zwischen Reichweite und Batteriekosten verbessern und gleichzeitig eine hohe Leistungsfähigkeit und Lebensdauer ermöglichen.
Auch die elektrischen Antriebseinheiten werden überarbeitet. Durch kompaktere Elektromotoren und Leistungselektronik soll sich die Zahl der benötigten Bauteile gegenüber den bisherigen Systemen um 40 Prozent reduzieren.
Zentrale Computerarchitektur bietet 40-mal mehr Rechenleistung
Ein weiterer Schwerpunkt ist eine neue elektrische und elektronische Fahrzeugarchitektur. Statt zahlreiche Funktionen über separate Steuergeräte abzuwickeln, will GM künftig wesentliche Aufgaben in einer zentralen Recheneinheit, der sogenannten Central Compute Unit (CCU), bündeln. Auch andere Unternehmen entwickeln softwarebasierte Fahrzeuglösungen.
Sie soll unter anderem die Verarbeitung von Sensordaten, die Antriebssteuerung, aktive Sicherheitsfunktionen und die Fahrwerksregelung übernehmen. Gleichzeitig soll die Architektur ausreichend Rechenleistung für KI-Anwendungen im Innenraum und automatisierte Fahrfunktionen bereitstellen.
Nach Herstellerangaben bietet das neue System gegenüber bisherigen Architekturen die 40-fache Rechenleistung, 30 Prozent weniger Kabellänge und Kabelmasse sowie bis zu 50 Prozent schnellere Mobilfunkverbindungen. Die Architektur ist unabhängig von der Antriebsart ausgelegt und soll sowohl in Elektrofahrzeugen als auch in Modellen mit Verbrennungsmotor eingesetzt werden.
Die Einführung ist für 2028 im Cadillac ESCALADE IQ vorgesehen. Anschließend plant GM den Einsatz in weiteren SUV- und Pickup-Baureihen, darunter Modelle der Chevrolet-Silverado-Familie, sowie in der vierten Elektrofahrzeuggeneration.
OnStar AI Assistant bringt künstliche Intelligenz ins Fahrzeug
Parallel zur neuen Fahrzeugarchitektur entwickelt GM seinen digitalen Dienst OnStar zu einer KI-gestützten Plattform weiter.
Der neue OnStar AI Assistant soll Fahrern personalisierte Informationen und Unterstützung bei fahrzeugbezogenen Fragen bieten. Grundlage sind KI-Modelle, die auf das technische Wissen und die Fahrzeugdaten von GM abgestimmt werden.
Die Einführung ist in den kommenden Monaten zunächst für den Cadillac LYRIQ des Modelljahres 2027 vorgesehen.
Ab 2027 will GM außerdem eine neue OnStar-App einführen. Sie soll die bisherigen Anwendungen von Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC sowie OnStar Guardian ersetzen.
Die Anwendung soll Fahrzeugverwaltung, vernetzte Kamerafunktionen, Sicherheitsaufzeichnungen und neue Funktionen zur Überwachung und Unterstützung von Familienmitgliedern zusammenführen. Nutzer sollen selbst entscheiden können, welche Funktionen aktiviert werden.
Autonomes Fahren auf Autobahnen ab 2028 geplant
General Motors arbeitet darüber hinaus an der nächsten Generation automatisierter Fahrfunktionen. Für 2028 ist die Einführung eines Systems zum autonomen Fahren auf Autobahnen im Cadillac ESCALADE IQ angekündigt.
Auch bei der Fahrzeugentwicklung und Produktion will General Motors verstärkt künstliche Intelligenz einsetzen.
Das Unternehmen verfolgt das Ziel, die bislang üblichen Entwicklungszeiten von vier bis fünf Jahren um etwa die Hälfte zu reduzieren. Dazu sollen Fahrzeugdesign, Konstruktion und Produktion über eine gemeinsame digitale Entwicklungsumgebung enger miteinander verknüpft werden.
Ein Beispiel ist die Entwicklung der neuen LMR-Batterien. Nach Angaben von GM wurden mehr als 300.000 unterschiedliche Batteriedesigns zunächst virtuell getestet, bevor ein physischer Prototyp gebaut wurde. Dadurch konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben innerhalb eines Monats vom ersten Batteriepaketkonzept bis zur formellen Projektfreigabe gelangen.
