IAA MOBILITY Voices

IAA MOBILITY Voices: Interview Managing Director - CEO IONITY GmbH

Managing Director
Managing Director - CEO IONITY GmbH

Michael Hajesch ist Geschäftsführer und CEO der IONITY GmbH. An der Spitze des internationalen High-Power-Charging-Netzwerks treibt er den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur in 24 europäischen Ländern voran. Er verfügt über langjährige Erfahrung und umfangreiche Expertise in der strategischen Entwicklung und Umsetzung von internationalen Innovationsprojekten in der Elektromobilität. Für die bei IONITY erzielten Ergebnisse wurde er 2019 mit dem renommierten "Eurostar Award" von Automotive News Europe ausgezeichnet.

Michael Hajesch ist Geschäftsführer und CEO der IONITY GmbH. An der Spitze des internationalen High-Power-Charging-Netzwerks treibt er den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur in 24 europäischen Ländern voran. Er verfügt über langjährige Erfahrung und umfangreiche Expertise in der strategischen Entwicklung und Umsetzung von internationalen Innovationsprojekten in der Elektromobilität. Für die bei IONITY erzielten Ergebnisse wurde er 2019 mit dem renommierten "Eurostar Award" von Automotive News Europe ausgezeichnet.

Managing Director
Managing Director - CEO IONITY GmbH

Was bedeutet „Experience Connected Mobility“ für Sie?
Mehr denn je zuvor müssen wir achtsam und sparsam mit unseren Ressourcen umgehen. Daten, Digitalisierung und Vernetzung helfen uns dabei. Das gilt vor allem für die Mobilität mit all ihren Facetten, ob Antriebswende oder vernetzte Mobilitätslösungen.

Konkret gesagt: Um das volle Potential der Elektromobilität zu heben, brauchen wir mehr digitale und vernetze Angebote. Sektorkopplung ist hier ein wichtiges Stichwort. Wir müssen Elektroautos mit der Ladeinfrastruktur und dem intelligenten Stromnetz verbinden sowie den Ausbau des Ladenetzes auf Kundenverhalten und Nutzungsdaten abstimmen.

Wenn Elektroautos wissen, wann und wo sie am besten laden, können Ladestationen grünen Strom aus Sonne und Windkraft optimal speichern und verteilen. So bringen wir den Ladestrom dorthin, wo er gebraucht wird, schützen das Klima und senken die CO2-Emissionen.

Und mindestens genauso wichtig: Wir bieten ein besseres Kundenerlebnis. Die Menschen können sich frei und sorglos mit dem Elektroauto fortbewegen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wann, wo und wie sie laden müssen. Das macht den Alltag erheblich einfacher und begeistert all jene, die heute noch zögern, für emissionsfreie Elektromobilität.

Was erhoffen Sie sich für die IAA MOBILITY 2023?
Ich will die Chancen und Möglichkeiten einer digitalen, vernetzten Ladeinfrastruktur für den Energie -und Mobilitätssektor und insbesondere für Elektroautofahrer:innen aufzeigen.

Kundenwünsche und Kundennutzen stehen auch im Mittelpunkt des Panels, an dem ich teilnehmen werde. Zentrale Fragen sind hier Kundenerwartungen in Bezug auf Verfügbarkeit oder Services. So viel schon einmal vorab: ein einheitliches, digitales Ladeerlebnis und technische Zuverlässigkeit stehen ganz oben auf der Wunschliste.

Welches essenzielle Zukunftsthema findet in der Öffentlichkeit zu wenig Beachtung?Elektroautos und Ladestationen sind als Teil des intelligenten Stromnetzes wesentliche Bausteine einer erfolgreichen Energie- und Mobilitätswende. Ladenetzbetreiber wie IONITY sind das Rückgrat der nachhaltigen Mobilität in Europa. Der Fokus liegt aktuell noch sehr auf der Zahl der Ladepunkte pro Fahrzeug. Dabei geht es hier um viel mehr. Wir schaffen die Voraussetzung für umweltschonenden Güter- und Personenverkehr.

In welchem Bereich der Mobilität sehen Sie das größte Potenzial und wo den größten Aufholbedarf?
Für beides gilt: in der Elektromobilität. Elektromotoren sind in punkto Energieeffizienz unübertroffen. Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht. Wer einmal elektrisch gefahren ist, kauft keinen Verbrenner mehr. Jetzt nimmt der Markt nochmal an Fahrt auf und wir wollen den Umstieg auf Elektroautos für immer mehr Menschen ermöglichen. Politische Institutionen haben die Weichen dafür gestellt und klare Ziele vorgegeben. Die Autoindustrie verbreitert das

Angebot an Elektrofahrzeugen stetig und wir werden die Ladeinfrastruktur bedarfsgerecht und nachhaltig hochskalieren. Dafür braucht es jedoch schnellere Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben und Netzanschlüsse. Nur so können wir eine klimafreundliche und für alle erschwingliche Elektromobilität realisieren.

Die IAA MOBILITY ist die führende globale Mobilitätsplattform. Sie bringt Innovatoren aus sämtlichen Spektren der Mobilität zusammen. Mit wem wollen Sie sich im kommenden September vernetzen und warum?
Die Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur mit vereinten Kräften und viel Kreativität stemmen. Ich freue mich auf inspirierende Gespräche mit langjährigen Wegbegleiter:innen und viele Kontakte zu Innovatoren und Mobilitätsenthusiasten mit neuen Sichtweisen und Lösungsansätzen.

Die Welt ist mehr denn je im Wandel. Die Innovationskraft und auch die Anstrengungen in der Mobilitätsbranche sind so groß wie nie zuvor. Wie lautet Ihre Vision der Welt in 20 Jahren?
In meiner Vision wird Mobilität in 20 Jahren wesentlich mehr Optionen bieten als wir sie heute kennen. Sie wird geographische, gesellschaftliche und demographische Besonderheiten der Städte und Länder berücksichtigen. Sie wird bedarfsgerechter und vor allem für möglichst viele Menschen einfacher zugänglich sein. Das kann der Regionalbus ‚on demand‘ oder das Elektrorad in der City sein. Singles setzen auf Car-Sharing während Familien das eigene Auto vor der Haustür präferieren.

Wir werden in 20 Jahren neue Mobilitätslösungen sehen, die wirtschaftlich tragfähig und optimal auf die individuellen Bedürfnisse des Menschen zugeschnitten sind. Neue Mobilität wird kein Entweder-Oder sein, sondern die Mischung aus privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Bewegungsfreiheit und Komfort in jeder Lebenssituation, dabei immer emissionsfrei und klimaschonend.

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